Projects


Catalyst (en)

There is a certain power in small actions that compound to something greater. A single encounter can alter the course of a life, just as a passing thought can gradually develop into an intricate work of art. As artists, we are continually inspired by the thought that the most meaningful changes often emerge not from grand gestures, but from ideas that remain quietly present, gathering strength as they unfold and gradually shaping everything that follows. In chemistry, a catalyst initiates a reaction without being consumed by it. Much like the catalyst itself, the musical ideas at the heart of these works remain constant while everything around them evolves. From a single gesture, each composition unfolds into a world far greater than its point of departure. Bringing together works by Bartók, John Adams, Meredith Monk, Chloe Clark-Smith, Tom Scott, Pauchi Sasaki, Debussy and Ginastera, Catalyst is a program that invites to reflect upon the potential that a small gesture has to transform everything that follows. 

Catalyst (de)

In kleinen Impulsen, die sich zu etwas Größerem entfalten, liegt eine besondere Kraft. Eine einzige Begegnung kann den Verlauf eines Lebens verändern, ebenso wie ein flüchtiger Gedanke sich nach und nach zu einem vielschichtigen Kunstwerk entwickeln kann. Als Künstlerinnen inspiriert uns immer wieder der Gedanke, dass die bedeutsamsten Veränderungen oft nicht aus großen Gesten entstehen, sondern aus Ideen, die zunächst still präsent bleiben, im Laufe ihrer Entfaltung an Kraft gewinnen und allmählich alles prägen, was auf sie folgt.

In der Chemie setzt ein Katalysator eine Reaktion in Gang, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Ähnlich verhält es sich mit den musikalischen Ideen, die im Zentrum dieser Werke stehen: Sie bleiben bestehen, während sich alles um sie herum verändert. Aus einer einzigen Geste heraus entfaltet sich jede Komposition zu einer Welt, die weit über ihren Ausgangspunkt hinausreicht.

Mit Werken von Bartók, John Adams, Meredith Monk, Chloe Clark-Smith, Tom Scott, Pauchi Sasaki, Debussy und Ginastera lädt Catalyst dazu ein, darüber nachzudenken, welches Potenzial in einer kleinen Geste liegt – und wie sie alles verändern kann, was auf sie folgt.


Atlas of Life / Cartography of life / Map of possibilities (en)

We do not begin our lives on a predetermined path, nor do we enter an empty landscape. We inherit a landscape shaped by what came before us, but the map of our own lives is drawn only as we walk. Along the way, we encounter crossroads that invite decisions, moments that alter our direction, and people who quietly reshape the ground beneath our feet. Every choice opens new possibilities, every encounter changes our direction, and every step adds another line to the map. While none of us chooses where the path begins, each of us has the capacity to shape where it leads.

As we walk our own path, gradually drawing the map of our lives, we realise that every encounter, every unexpected turn, every collaboration, every place and every piece of music quietly shapes who we are as artists.

“Traveler, there is no path. The path is made by walking.”

Caminante, no hay camino, se hace camino al andar.
— Antonio Machado

Atlas of Life / Cartography of life / Map of possibilities (de)

Wir beginnen unser Leben weder auf einem vorgezeichneten Weg, noch betreten wir eine leere Landschaft. Wir finden eine Landschaft vor, geprägt von dem, was vor uns war – doch die Karte unseres eigenen Lebens entsteht erst, während wir gehen. Unterwegs begegnen uns Weggabelungen, die Entscheidungen verlangen, Momente, die unsere Richtung verändern, und Menschen, die unmerklich den Boden unter unseren Füßen neu gestalten. Jede Entscheidung eröffnet neue Möglichkeiten, jede Begegnung beeinflusst unseren weiteren Weg, und jeder Schritt fügt der Karte eine neue Linie hinzu. Auch wenn niemand von uns wählen kann, wo der eigene Weg beginnt, können wir doch mitgestalten, wohin er führt.

Während wir unseren eigenen Weg gehen und dabei nach und nach die Karte unseres Lebens zeichnen, erkennen wir, dass jede Begegnung, jede unerwartete Wendung, jede Zusammenarbeit, jeder Ort und jedes Musikstück auf leise Weise prägen, wer wir als Künstlerinnen sind.

„Wanderer, es gibt keinen Weg. Der Weg entsteht beim Gehen.“

Caminante, no hay camino, se hace camino al andar.
— Antonio Machado


BONDS (de)

Wie werden wir durch andere zu denen, die wir sind?

Diese Frage begegnet uns in unserem eigenen künstlerischen Leben jeden Tag. Gemeinsam durchs Leben zu gehen und Seite an Seite Musik zu machen, erinnert uns immer wieder daran, dass Identität niemals in Isolation entsteht.

Vielleicht reicht dieser Gedanke weit über unsere eigene Erfahrung hinaus. Wir entdecken uns selbst durch andere, so wie auch wir unmerklich Teil ihrer Geschichten werden. Durch die Menschen, die uns begleiten, uns herausfordern und ihre Spuren in uns hinterlassen, werden wir nach und nach zu denen, die wir sind. Jede Begegnung hinterlässt eine Spur, und jede Verbindung prägt die Art, wie wir die Welt sehen – und letztlich, wer wir werden.

Von ersten Begegnungen über Lebenswege, die sich miteinander verweben, bis hin zu dem, was in uns nachklingt, widmet sich BONDS den oft unsichtbaren Verbindungen, die zwischen Menschen entstehen.

BONDS (en)

Who do we become through one another?

This is a question we encounter every day in our own artistic lives. Going through life together while making music side by side continually reminds us that identity is never shaped in isolation.

Perhaps this extends far beyond our own experience. We discover ourselves through others, just as we quietly become part of their stories. It is through the people who accompany us, challenge us and leave their mark on us that we gradually become who we are. Every encounter leaves a trace, and every bond shapes the way we see the world and, ultimately, who we become.

Moving from first encounters to lives becoming interwoven and, finally, to the echoes that remain, BONDS reflects on the invisible threads that weave our lives together.

Unbound (en)

Some of the most important moments in life emerge where familiar boundaries begin to lose their clarity. We rarely move through life in clearly defined categories. More often, we find ourselves somewhere in between: between departure and arrival, belonging and estrangement, what has been and what is yet to come.

In art, too, something unique can emerge when clear distinctions no longer apply. As artists, we find ourselves continually drawn to music that carries different worlds within it.

Unbound embraces this in-between as a space of freedom – the freedom to move between worlds, to bring together different influences, and to resist being defined by predetermined categories. Perhaps it is precisely here that we find the possibility to create a language, a path, a world of our own.

Unbound (de)

Einige der wichtigsten Momente im Leben entstehen dort, wo vertraute Grenzen ihre Eindeutigkeit verlieren. Nur selten bewegt sich unser Leben in klaren Kategorien. Viel häufiger befinden wir uns dazwischen: zwischen Aufbruch und Ankunft, Zugehörigkeit und Fremdsein, dem, was war, und dem, was noch werden kann.

Immer wieder fühlen wir uns zu Musik hingezogen, die verschiedene Welten in sich trägt und sich einer eindeutigen Zuordnung entzieht, weil genau dort Besonderes entsteht.

UNBOUND begreift dieses Dazwischen als einen Raum der Freiheit – die Freiheit, zwischen Welten zu wechseln, unterschiedliche Einflüsse miteinander zu verbinden und sich nicht von vorgegebenen Kategorien bestimmen zu lassen. Denn vielleicht liegt gerade darin die Möglichkeit, eine eigene Sprache, einen eigenen Weg, eine eigene Welt zu schaffen.